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Business-Breakfast im Zeughaus
Partner, die sich brauchen
Von Frank Kirschstein
Gute Kontakte sind Gold wert - im Wirtschaftsleben zahlt sich diese Weisheit in barer Münze aus. Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Neuss unter Vorsitz von Hans-Joachim Reich arbeitet
daran, solche in jeder Hinsicht profitablen Beziehungen auch über den Atlantik aufzubauen und zu pflegen. Ein Instrument: das "Neusser-Business-Breakfast".
Im Zeughaus trafen sich am Mittwoch Vertreter deutscher und amerikanischer Unternehmen, Politiker und Verwaltungskräfte zum Erfahrungsaustausch. Nach der Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe im vergangenen Jahr beim
Pharmaunternehmen Janssen-Cilag war am Mittwoch die Stadt Neuss Gastgeber. Das Programm allerdings wurde kurzfristig geändert: Die Begrüßung und ein Vortrag über die "Internationalität der Stadt Neuss am Beispiel
amerikanischer Unternehmen" fielen aus.
Bürgermeister Herbert Napp und Wirtschaftsdezernent Ulrich Janssen hatten sich krank gemeldet. Erster Beigeordneter Peter Söhngen und IHK-Geschäftsführer Georg B. Ficke sprangen ein und konnten mit George W. Knowles,
US-Generalkonsul aus Düsseldorf, einen ganz besonderen Gast begrüßen. Erst seit kurzer Zeit im Amt, fühlte sich Knowles in Neuss bereits "wie unter alten Freunden".
Der Generalkonsul zeigte sich begeistert angesichts des hohen Interesses der Neusser Wirtschaft an Kontakten mit den Vereinigten Staaten, abzulesen vor allem an der vom 3M-Konzern unterstützten Städtepartnerschaft mit St. Paul
in Minnessota. Auch die Internationale Schule am Rhein (ISR) hob Knowles hervor, eine Einrichtung, die auch Ficke als Standortfaktor erster Klasse bezeichnete.
Nicht nur die ISR, auch viele andere Faktoren, so Söhngen, sprächen im globalen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte für Neuss. Entscheidend sei vor allem die Infrastruktur mit den hervorragenden Verbindungen auf der Straße, im
Schienen-, Schiffs- und Flugverkehr sowie die zentrale Lage zwischen den Metropolen Düsseldorf und Köln. Viele internationale Unternehmen hätten die Neusser Standortvorteile bereits erkannt - und würden damit selbst zum
Argument für die Wirtschaftsförderung, wenn es um die Ansiedlung neuer Firmen gehe.
"Europa und die USA brauchen sich mehr denn je als Partner", Söhngen erklärte dies nicht nur mit Blick auf die Folgen der Terroranschläge des 11. September 2001 in New York und Washington, sondern auch vor dem
Hintergrund des Krieges im Irak. "Es gehört zu einer Partnerschaft, Freude, aber auch Leid zu teilen", so der Erste Beigeordnete. Die Freunde in den USA könnten darauf vertrauen, dass ihre Partner in Neuss gemeinsame
Ziele und Grundüberzeugungen vertreten.
Gerade die Städtepartnerschaft zwischen Neuss und St. Paul sei auch für die Wirtschaftskontakte von großer Bedeutung: "Sie gibt in einer Zeit der rasant zunehmenden Globalisierung einen örtlichen Bezug." Dabei, so
betonte Ficke, müssten sich die handelnden jedoch davon frei machen, nur in den Grenzen einer Stadt zu denken. Der Rhein dürfe keine unüberwindliche Grenze bleiben, sagte der IHK-Geschäftsführer. Es müsse ja nicht gleich ein
Stadt-Umlandverband gebildet werden, wie ihn der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin ins Gespräch gebracht habe.
© ngz-online, Neuss-Grevenbroicher Zeitung
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